Spanien und Argentinien tauschen Komplimente aus, während das WM-Finale näher rückt
Am Freitag gab uns die WM keinen Fußball, dafür jede Menge Schmeichelei. Mit dem Finale noch zwei Tage entfernt und dem Spiel um Platz drei erst am Samstag verbrachten Spanien und Argentinien den Ruhetag auf Pressekonferenzen in Manhattan und nannten einander abwechselnd das Beste, was sie seit Jahren gesehen hätten.
Der Klub der gegenseitigen Bewunderung
Im Javits Center legte Spanien los. Kapitän Rodri nannte Argentinien und Messi „den härtesten Gegner“, den man in einem Finale ziehen könne, und Trainer Luis de la Fuente sah „zwei Superteams mit vielen Ähnlichkeiten im Verhalten und im fußballerischen Talent“. Argentinien antwortete gleichermaßen. Lionel Scaloni zuckte mit den Schultern: „Wie sollte uns Spanien nicht beunruhigen? Sie sind ein großartiges Team“, und Emiliano Martínez, sonst nicht der Diplomatischste, begnügte sich damit, Spanien ebenfalls „ein großartiges Team“ zu nennen. Irgendwo wartet ein Neutraler noch immer darauf, dass jemand zuschlägt.
Messis Kompliment mit einem Stachel
Zwischen den beiden Pressekonferenzen tauchte Messi bei einem Fanatics-Event auf und tat, was nur Messi tut: einen Rivalen loben und ihn zugleich still als Problem für später ablegen. Er nannte Lamine Yamal „ein riesiges Talent“ und einen der Maßstäbe setzenden Spieler der Welt mit 19 Jahren, merkte dann aber an, der Teenager habe am Sonntag die Chance auf etwas Historisches, „was wir mit aller Kraft zu verhindern versuchen werden, diesmal“. Warmer Händedruck, fester Griff.
Niemand will den Samstag
Bevor irgendetwas davon zählt, haben Frankreich und England das Spiel, das jeder Fußballer fürchtet, das Spiel um Platz drei in Miami am Samstag. Keines der beiden Lager tut so, als wäre es anders. Thomas Tuchel gab zu: „Keiner unserer Spieler und keiner der Franzosen will dieses Spiel bestreiten“, und Didier Deschamps, zum letzten Mal nach 14 Jahren Frankreichs Trainer, sagte, die Enttäuschung passe zum Ehrgeiz des Teams. Es gibt auch einen Nebenschauplatz um den Goldenen Schuh: Kylian Mbappé und Messi liegen mit acht Toren gleichauf, wobei Messi bei den Vorlagen vorn ist, also hat Mbappé einen Grund, sich zu kümmern, selbst wenn es sonst niemand tut.
Finale: Spanien gegen Argentinien, Sonntag, 19. Juli, im MetLife Stadium.
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