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Embolos Schwalbe und Bellinghams Doppelpack schicken Argentinien und England ins Halbfinale

Die Viertelfinals am Samstag brauchten kein Elfmeterschießen, um grausam zu sein. Beide gingen in die Verlängerung, beide kippten wegen einer einzigen Schiedsrichterentscheidung, und beide endeten damit, dass die über weite Strecken schwächere Mannschaft jubelnd vom Platz ging.

Eine Schwalbe, die WM-Geschichte schrieb, aus den falschen Gründen

Argentinien ging durch Alexis Mac Allisters Kopfball in der 10. Minute nach einer Ecke von Messi in Führung, und die Schweiz glich aus, als Dan Ndoye aus spitzem Winkel einen Ball ins lange Eck zirkelte, in der 67. Minute. Fünf Minuten später ging Breel Embolo nach einem Zweikampf mit Leandro Paredes zu Boden, und Schiedsrichter Joao Pedro Silva Pinheiro verwarnte zunächst Paredes dafür. Dann schaltete sich der VAR ein, entschied, dass es überhaupt keinen Kontakt gegeben hatte, und drehte die Karte um: Paredes wurde freigesprochen, Embolo wurde wegen Schwalbe verwarnt, und da er bereits in der ersten Halbzeit Gelb gesehen hatte, war das die zweite gelbe Karte und ein vorzeitiger Feierabend. Die Schweiz spielte fortan zu zehnt, mit allem Grund zur Wut. Embolo ist damit erst der vierte Spieler in 60 Jahren WM-Geschichte, der wegen Schwalbe vom Platz gestellt wurde, in einer Reihe mit Namen wie Francesco Totti. Argentinien nutzte den Mann mehr spät aus: Julian Alvarez versenkte den Siegtreffer in der 112. Minute, Lautaro Martinez legte in der 121. Minute das dritte Tor nach, zum 3:1-Erfolg in Kansas City. Die beste WM-Kampagne der Schweiz seit 1954 endet im Videobeweis-Raum.

Haaland bleibt endlich stumm, und Norwegens Märchen gleich mit

Norwegens Traumlauf, der mit Strandfotos und einem Hotelwechsel wegen Lärmbeschwerden in Miami einherging, prallte gegen eine Wand namens Jude Bellingham. Andreas Schjelderup brachte Norwegen in der 36. Minute in Führung, doch Bellingham glich in der Nachspielzeit aus, zog nach einer Hereingabe von Anthony Gordon nach innen und bezwang Orjan Nyland. Norwegen glaubte, die Führung in der Verlängerung zurückgeholt zu haben, als Ole Heggem einen losen Ball ins Tor stocherte, doch Erling Haaland hatte im Vorfeld Rasmus Anderson geschubst, und der VAR nahm das Tor zurück. Bellingham setzte den Schlusspunkt dann selbst, mit seinem Treffer in der dritten Minute der Verlängerung schickte er England mit 2:1 ins Halbfinale. Haaland, der bislang in jedem Spiel getroffen hatte, blieb an diesem Tag ohne Tor, während Bellingham und Harry Kane mit je sechs Treffern gleichauf liegen, weiterhin hinter Kylian Mbappé und Messi in der Torschützenliste.

Halbfinale steht fest: Argentinien gegen England ist perfekt.

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